Superior: IG Metall für Standortsicherung — der Standort bleibt, Basta!

Erstaunt reagiert die IG Metall Märkischer Kreis auf Stellungnahmen von Firma und Insolvenzverwalter mit Bezug zur Insolvenz beim Werdohler Felgenhersteller Superior Industries. „Ziel aller Beteiligten muss es doch sein, Standort und Arbeitsplätze zu sichern. Da hilft nicht der Blick zurück in die Vergangenheit“, sagt Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis. Tatsächlich habe die Belegschaft auch in den letzten Monaten gezeigt, wie gut und schnell auch weiterhin in Werdohl-Dresel Felgen gefertigt werden können. „Alle Beteiligten sollten nun Gas geben. Darunter verstehe ich nicht, dass in der Öffentlichkeit Dinge behauptet werden, die mögliche Investoren eher abschrecken.“

Kasubke zweifelt ernsthaften Verkaufswillen bei den bisherigen Eigentümern an: „In Werdohl können im Drei-Schicht-Betrieb hohe Stückzahlen zu guten Preisen hergestellt werden, das haben die Kolleginnen und Kollegen in vielen Jahren bewiesen. Darauf hat der Arbeitgeber öffentlich und auch auf Betriebsversammlungen in all den Jahren immer wieder hingewiesen. Dass dies auf einmal nicht so sein soll, ist merkwürdig. Natürlich kann der Verdacht aufkommen, dass es dem Konzern ausschließlich um höhere Gewinne und Verlagerungen nach Osteuropa geht. In diesem Fall dann auch noch subventioniert über das deutsche Insolvenzrecht. Man rechnet offenbar damit, dass drei Monatsgehälter und geringere mögliche Abfindungen auch noch mitgenommen werden können. Das wäre schäbig, deswegen werden wir uns gegen solche Pläne zur Wehr setzen.“

„Die Beschäftigten werden nicht kampflos den Standort aufgeben“, so Mustafa Senel, Betriebsratsvorsitzender des Werkes in Werdohl.

„Es dürfte auch im Sinne der Gläubiger sein, wenn ein Investor gefunden wird, denn in der Regel ist ein Verkauf lukrativer als eine reine Abwicklung, sodass Gläubiger und Arbeitnehmer in einem Boot sitzen“, ergänzt Torsten Kasubke.