Klausurtagung der IG Metall Senioren Lenneschiene

Vom 05.03.-06.03.2024 hat die Klausurtagung der Senioren der Lenneschiene im Haus Griese am Möhnesee stattgefunden. Es wurden viele Themen diskutiert, vergangenen und zukünftige Aktionen besprochen. Die Jahresplanung, die Unterstützung beim ersten Mai und weitere Veranstaltungen wurden geplant. Die Europaparlamentsabgeordnete Birgit Sippel von der SPD war zu Gast und hat von aktuellen Themen und der Europawahl berichtet. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis Torsten Kasubke hat aktuelles aus der Geschäftsstelle und wichtige betriebliche Themen vorgestellt und verdeutlicht, dass die aktuelle wirtschaftliche Situation schwierig sei.

Insgesamt war es eine sehr erfolgreiche und produktive Klausurtagung.

Konstituierende Delegiertenversammlung: IG Metall MK stellt sich für die Zukunft auf

Über 100 Delegierte aus dem gesamtem Kreisgebiet kamen zur konstituierenden Delegiertenversammlung der IG Metall Märkischer Kreis ins Lüdenscheider Kulturhaus. Sie wählten eine neue Geschäftsführung, einen neuen Ortsvorstand sowie Delegierte auf höheren Ebenen der Gewerkschaft, unter anderem für die Tarifkommissionen.

Torsten Kasubke, bislang Erster Bevollmächtigter der IG Metall im Kreis, erklärte zu Beginn der Versammlung seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Aus gesundheitlichen Gründen werde er nicht mehr an vorderster Front zur Verfügung stehen. Künftig wird er beratenden Tätigkeiten auch außerhalb des Märkischen Kreises in Bildungs- und Engeltfragen nachgehen. Bis zum Herbst wird er die bisher von ihm wahrgenommenen betrieblichen Aufgaben wahrnehmen. Hierzu gehört unter anderem die Auseinandersetzung um die vom Arbeitgeber beabsichtigte Werksschließung von Outokumpu in Schalksmühle-Dahlerbrück.

Mit 106 von 108 Stimmen wählten die Delegierten Fabian Ferber aus Lüdenscheid zum neuen Ersten Bevollmächtigten. Ferber bekleidete bislang die Position des Zweiten Bevollmächtigten und war bereits in den vergangenen Jahren zusammen mit Torsten Kasubke Geschäftsführer der hiesigen IG Metall. Auf die Wahl eines weiteren Bevollmächtigten verzichtete die Delegiertenversammlung am Samstag, diese Wahl wird im Juni nachgeholt.

Neben Fabian Ferber gehören 13 weitere Mitglieder dem Vorstand der IG Metall vor Ort an, die auch am Samstag gewählt wurden. Die Neugewählten sind ausschließlich Betriebsräte aus Metall- und Elektrobetrieben in der Region. Gewählt wurden Manuel Bunge-Altenberg (Kostal Lüdenscheid), Sebastian Eisengardt (OSO Precision Plettenberg), Ralf Fenner (VDM Werdohl), Nina Fiedler (Otto Fuchs Meinerzhagen), Maik Horn (Grohe Hemer), Ali Kaya (Kirchhoff-Witte Iserlohn), Walter Kompert (Platestahl Lüdenscheid), Nicole Lira (Gustav Alberts Herscheid), Ali Sen (VDM Altena), Lucyna Strauch (HME), Holger Triebert (Hydro Lüdenscheid), Tanju Yoldasoglu (Risse und Wilke Iserlohn-Letmathe) und Sandra Wiegen (Schalksmühle).

Torsten Kasubke blickte auf der Versammlung auf bewegte vier vergangene Jahre zurück. Krieg, Corona-Pandemie und brüchige Lieferketten gab es zu bewältigen, einige Arbeitgeber drohten mit Schließungen oder Massenentlassungen, einige davon wurden vollzogen. Dennoch habe es die IG Metalll geschafft, dass kein Betrieb in der Betreuung der IG Metall aus der Tarifbindung ausgestiegen sei. Im Gegenteil: Fünf Betriebe seien hinzugekommen.

Mit 22.000 Mitgliedern bleibe die IG Metall im Märkischen Kreis die stärkste politische Kraft in der Region. Über 15.000 Mitglieder davon sind aktive Beschäftigte im Betrieb. Die Zahl der Betriebsangehörigen Mitglieder sei in den vergangenen Jahren merklich gestiegen, wusste Kasubke zu berichten.

Fabian Ferber blickte in seiner Antrittsrede nach vorne. Die Mitglieder der IG Metall eine, sich auf allen Ebenen in der Gesellschaft für Solidarität einzusetzen. Dies werde man im Betrieb, aber eben auch insgesamt gegenüber der Wirtschaft und im politischen Raum noch stärker betreiben müssen. Er warb dafür, stärker für Demokratie zu werben und im Betrieb mehr Mitbestimmung zu organisieren. “Dort, wo Wirtschaftsberater und lauter neue Leute, die im Bereich der leitenden Angestellten zusätzlich eingestellt werden, sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben, müssen wir unsere Mitsprache einfordern. Unser Schwarmwissen, über das wir dank unserer Mitglieder in den Betrieben verfügen, ist kostbarer als jeder neue Trend, der von Beratern durch das Dorf getrieben wird.”

Für die kommenden Jahre kündigte Ferber an, gegenüber der Politik und den Unternehmen stärker Investitionen in die Standorte einzufordern. “Die Ankündigung des Stahlherstellers thyssenkrupp, möglicherweise Personal abzubauen und bestimmte Bereiche nicht weiter betreiben zu wollen, sind ein Alarmsignal. Das ist kein reines Duisburger Problem. Wenn der Stahl nicht mehr in Deutschland hergestellt wird, steht auch die Verarbeitung in Gefahr. Tausende Menschen verarbeiten Stahl bei uns im Kreis. Wir können und dürfen es nicht zulassen, dass ganze Wertschöpfungsketten woanders und nicht mehr hier abgebildet werden. Ohne Stahl gibt es keine neuen Brücken. Ohne Stahl gibt es keine energetische Sanierung. Ohne Stahl werden wir keine Verbrennerfahrzeuge, aber eben auch keine E-Autos und keine Elektrobusse herstellen können. Wir brauchen die ganze Wertschöpfungskette hier, sonst werden wir ein Industriemuseum.”

Um die betrieblichen und politischen Ziele umsetzen zu können, werde die IG Metall auch künftig auf Wachstumskurs bleiben: “Wir wollen stärker werden, um Zukunft zu bauen. Zusammen ist man weniger alleine.”

Organisationswahl 2024-2027

Am Samstag ist es soweit! Auf der konstituierenden Delegiertenversammlung wählen wir mit den neuen Delegierten den neuen Ortsvorstand inklusive der Geschäftsführung, unsere Mitglieder in den Tarifkommissionen und die Mitglieder für die Bezirkskonferenz der IG Metall NRW.

Wir schauen auf vier spannende Jahre zurück und schauen nach vorne und nehmen dabei auch den Blick auf Aktuelles in Betrieb, Wirtschaft und Politik.

Über 110 Delegierte und Ersatzmitglieder werden da sein. Gewählt haben wir sie aus über 50 Betrieben und unseren Jugend- sowie Seniorengruppen im Januar auf unseren Wahlkreisversammlungen (siehe Fotos). Wer ist am Samstag dabei?

Der Ortsfrauenausschuss ist wieder aktiv

Vorbereitungen abgeschlossen! Unser Ortsfrauenausschuss hat in dieser Woche für alle weiblichen Mitglieder in den Betrieben, die an unserer jährlichen Schokoladen- (und Flyer-) Aktion zum Frauentag teilnehmen, fleißig Schokolade sortiert und eingepackt.

Wusstet ihr, dass die IG Metall Märkischer Kreis zu den Geschäftsstellen mit dem höchsten Frauenanteil in der Mitgliedschaft gehört?

Klausurtagung des Arbeitskreises Arbeits- und Gesundheitsschutz

Ein Bericht von Dirk Hecker. Das zweite Treffen des Arbeitskreises AuG IGM MK in diesem Februar: Nach der Betriebsbesichtigung bei der Firma Thiele folgte nun die Klausurtagung. Und dies trotz der widrigen Verkehrsverhältnisse, gerade um Lüdenscheid, hatten sich insgesamt 27 Teilnehmer in Bad Sassendorf eingefunden.

Fabian Ferber begrüßte die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer (TN). Schön, dass viele TN erschienen sind, aber auch hier muss leider eine gewisse Höchstgrenze in Zukunft beachtet werden.

Es folgte eine Vorstellungsrunde der Anwesenden, gerade auch für die vielen neuen, war diese wichtig. Hier waren diesmal alle Funktionen aus den verschiedenen Firmen vertreten, wie zum Beispiel alle Varianten der Betriebsräte, Schwerbehindertenvertreter / Vertrauensleute / Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Wieder einmal sehr schön, dass sich hier ein Mix verschiedener Funktionen der Ehrenämter zum Interessenaustausch im Arbeitskreis treffen und austauschen.

Als Gastredner hatte man Herrn Thomas Petry vom Dezernat 55 des Regierungsbezirkes Arnsberg, Experte für Arbeitszeitrecht und zuständig unter anderem für Arbeitsschutz und Gesundheit, eingeladen. Sein Bericht zeigte den TN das Arbeitszeitrecht auf, beziehungsweise wie es aufgebaut ist, aber auch umgesetzt wird. Vom Geltungsbereich oder dem Territorialprinzip bis hin zu den Pesonengruppen, für welche das Recht in den jeweiligen Bundesländern oder Kommunen greift, wurde von Ihm dargelegt.

Eine intensive Diskussion über die gesetzlichen täglichen bzw. wöchentlichen zulässigen Arbeitszeiten entstand daraus:

  • Arbeitszeiten mehrerer Arbeitgeber sind zusammenzurechnen und beide Arbeitgeber sind verpflichtend verantwortlich.
  • Ruhepausen müssen im Voraus, spätestens vor Aufnahme der Tätigkeit, feststehen.

Mindestlänge einer Ruhepause beträgt 15 Minuten, die Ruhezeit beläuft sich auf eine ununterbrochene Ruhezeit von 11 Stunden.

  • Notfälle und außergewöhnlichen Fälle sind im § 14 Abs. 1 ArbZG geregelt und können von Unternehmern in Anspruch genommen werden. Jedoch hat auch ein entsprechender Ausgleich zu erfolgen und die „Fälle“ dürfen nicht zur Regelmäßigkeit werden.  
  • Auch sind abweichende Regelung durch Tarifverträge in den §§ 7 und 12 ArbZG beschrieben. Gerade in Spanien gibt es viele Klagefallbeispiele zum Thema Arbeitszeitrecht, während in Deutschland es kaum welche gibt.
  • Der Arbeitgeber ist nach §3 Abs. 2 Nummer 1 ArbSchG verpflichtet, ein System einzuführen, welches die Arbeitszeit erfasst. (aber was ist mit pausen? Bezirksregierung Arnsberg

Viele Auslegungsmöglichkeiten bei einigen Paragraphen sind leider zurzeit vorhanden. Und durch großzügige Auslegungen und doch einige unklare Rechtslagen existieren, welche doch schon „schwammig“ formuliert sind.

Der zweite Tag startete mit einem Kurzbericht von Fabian Ferber mit aktuellen Themen aus der Geschäftsstelle Märkischer Kreis. Hier die wichtigsten in Kurzform:

  • Starker Zuwachs von Mitgliedern im vergangenen Jahr
  • Delegiertenwahlen 2024 (viele Delegierte waren sogar anwesend)
  • Konstituierende Delegiertenversammlung am 02. März 2024 – viele Neuwahlen auf der Tagesordnung
  • Auch über Vorteile der Mitgliedschaft, gerade für Rentner, wurde kurz eingegangen.
  • Auch auf die aktuellen politischen Themen und die Haltung der IGM wurde eingegangen

Nach dem Bericht des Zweiten Bevollmächtigten zeigte der Sprecher des Ausschusses, Wolfgang Holland rückblickend auf den gestrigen Besuch noch kurz, welche Aufgaben der Regierungsbezirk Arnsberg mit seinen Dezernaten in wie vielen Betrieben hat. Ansprechpartner beim Besuch in Betrieben ist immer der Arbeitgeber, aber die Betriebsräte sind zu beteiligen.

Dann wurden von ihm die geäußerten Wunschthemen der letzten Klausurthemen vorgestellt.

  1. Motivation Sicherheitsbeauftragten (SiBe)

Abfrage an die TN, was die Sicherheitsbeauftragten in den einzelnen Betrieben machen.

Von vorbildlichen Verhalten bis hin zum „gar nichts“ waren die Antworten.

Die Sicherheitsbeauftragten sind zwar nicht weisungsbefugt, aber verpflichtet, auf Sicherheit zu achten und dürfen wegen ihrer übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden. Des Weiteren sind sie unter Beteiligung des Betriebsrates zu bestellen.

Ebenfalls ist darauf zu achten, dass sich die Sicherheitsbeauftragten weiterbilden bzw. schulen.

Wichtig: Ein Sicherheitsbeauftragter beziehungsweise eine Sicherheitsbeauftragte  soll sowohl eine fachlich / zeitliche wie räumliche Nähe zu seinem betreuenden Bereich haben. Ergebnisse aus einer Umfrage (DGUV) von 1600 Sicherheitsbeauftragten aus dem Jahr 2022 wurden im Detail besprochen und analysiert.  

Tipps: Zur besseren Motivation – Messebesuche wie die A&A ermöglichen

Öfter die Einbindung an: Betriebsbesichtigungen / Teilnahme an Untersuchungen von Unfall – und Berufserkrankungen. Regelmäßiger Interessenaustausch untereinander / Aus- und Fortbildungsmaßnahmen ermöglichen / Andere Betriebsbesichtigungen etc.

Einbindung in – Gefährdungsbeurteilung / Sprechzeiten auf der Betriebsversammlung

  • Kältearbeitsplatz

Hierzu begann der Kollege Holland die einzelnen Paragraphen mit ihrer Bedeutung aus der Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV / PSA-Benutzerverordnung und der DGUV vorzustellen.

Mindestwerte der Lufttemperaturen und deren unterschiedlichen Arbeitsschweren, wurden an Hand von Gradzahlen per PPP dargestellt. Genauso die Kälteexposition- und Aufwärmzeiten. Auch die Krankenbeschwerden in Prozentzahlen bei Kältearbeiten wurden anhand von Diagrammauswerten dem Arbeitskreis vorgestellt. Letztendlich sollen in bekannter alter Manier vorgegangen werden. TOP-Prinzip. Technisch / Organisatorisch / Personelle.

Schutzkleidungen sind auch entsprechend durch Kennzeichnungen unterschiedlich einzusetzen.

Das dritte Wunschthema – Außendienstmitarbeiter m/w/d – kam leider etwas zu kurz, aber der Kollege Holland gab noch einen Tipp zu einer Broschüre, welche die TN sich mal anschauen sollten.

Zum Ende wurden noch die dieses Jahr anstehenden Termine besprochen:

  • 22. Oktober 2024 Firmenbesichtigung bei der Firma Platestahl
  • Bei der Klausur wurde für die zweite Klausurtagung, ebenfalls in Bad Sassendorf, zwar ein anderer Termin besprochen, aber der nun feststehende mit vorherigem DASA-Arbeitsweltbesuch in Dortmund ist: 29/30.11.2024

Über 500 Beschäftigte gehen bei Otto Fuchs in den Warnstreik

Die Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat zu einem Sozialplan sind gescheitert und finden nun in der Einigungsstelle statt. Losgelöst von diesem Verfahren fordern die Mitglieder der IG Metall einen Sozialtarifvertrag, der deutlich mehr beinhaltet als das, was der Arbeitgeber bislang angeboten hat.

Es geht um Beschäftigungssicherung und höhere Abfindungen. Die Belegschaft fordert ein, dass mit ihr über die Zukunft des größten Industriebetriebs im Märkischen Kreis gesprochen wird.

Mit dem erfolgreichen Warnstreik, der von sechs bis acht Uhr auch weite Teile der Meinerzhagener Innenstadt beschallt und zwischendurch auch lahmgelegt hat, wurde ein wichtiges Zeichen gesetzt: Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Interessen auch in die Eskalation zu gehen.

Neuwahl der Delegierten

Im Januar werden die Delegierten für die Delegiertenversammlung der IG Metall Märkischer Kreis in 5 regionalen Wahlversammlungen neu gewählt. Die Termine wurden im aktuellen Metall-Magazin bekanntgegeben. Hier listen wir die Termine zur Erinnerung noch einmal auf:

Dienstag, 16. Januar, ab 17 Uhr – Burg Holtzbrinck in Altena

Wahlbezirk Lenne und Hönne: Für Beschäftigte in Betrieben aus Altena, Balve, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Plettenberg und Werdohl

Mittwoch, 17. Januar, ab 14 Uhr – Schützenhalle Loh in Lüdenscheid

Wahlbezirk AGA: Seniorinnen und Senioren, Studierende, Arbeitssuchende etc. (Personen, die nicht aktiv im Arbeitsleben sind)

Mittwoch, 17. Januar, ab 16 Uhr – Schützenhalle Loh in Lüdenscheid

Wahlbezirk Lüdenscheid: Für Beschäftigte in Betrieben aus Lüdenscheid und Beschäftigte aus kreisweit nicht betreuten Betrieben (in der Regel ohne BR)

Mittwoch, 17. Januar, ab 17 Uhr – Schützenhalle Loh in Lüdenscheid

Wahlbezirk Volme und Herscheid: Für Beschäftigte in Betrieben aus Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen und Schalksmühle

Donnerstag, 18. Januar, ab 17 Uhr – Saalbau Letmathe

Wahlbezirk Nord: Für Beschäftigte in Betrieben aus Iserlohn, Hemer und Menden

IG Metall und Superior-Betriebsrat am Standort Werdohl in Düsseldorf

Auf Einladung von Arbeitsminister Karl-Josef Laumann kamen am Freitag der Minister und die Beschäftigten-Vertreter im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Düsseldorf zusammen. Laumann interessierte sich für die Situation des Werdohler Betriebs, für den die Superior-Gruppe Insolvenz angemeldet hatte. Das Ministerium und auch der ebenfalls anwesende Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, Roland Schüßler, sagten den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Unterstützung zu und sprachen sich für den Erhalt des Betriebssitzes aus.

Vor allem die Sorge der Superior-Beschäftigten und ihrer Familien vor einem drohenden Arbeitsplatzverlust trieb den Minister um. „Wir reden hier in der Gesamtschau sicherlich von rund 2.000 Menschen, die von den Folgen betroffen wären“, betonte er. Alle Beteiligten waren sich einig, dass nun noch einmal große Anstrengungen unternommen werden müssten, um Standort und Beschäftigung zu sichern. Mustafa Senel, Betriebsratsvorsitzender von Superior Industries in Werdohl, bedankte sich für die Unterstützung des Arbeitsministers: „In solch einer Situation ist es wichtig, dass uns wichtige Verantwortungsträger zuhören und merken, dass es bei uns um das Eingemachte geht.“

„Die Einladung des Arbeitsministers zeigt, dass die Situation bei Superior in Werdohl auch von Staat und Politik gesehen werden. Das sollte eine Mahnung an alle sein, hier nicht nach dem schnellsten und finanziell einfachsten Weg zu suchen. Insolvenzverwalter und Konzern sind nun aufgefordert, das Bestmögliche für die Beschäftigten zu erreichen“, fasst Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, nach dem Gespräch zusammen.

Superior: IG Metall für Standortsicherung — der Standort bleibt, Basta!

Erstaunt reagiert die IG Metall Märkischer Kreis auf Stellungnahmen von Firma und Insolvenzverwalter mit Bezug zur Insolvenz beim Werdohler Felgenhersteller Superior Industries. „Ziel aller Beteiligten muss es doch sein, Standort und Arbeitsplätze zu sichern. Da hilft nicht der Blick zurück in die Vergangenheit“, sagt Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis. Tatsächlich habe die Belegschaft auch in den letzten Monaten gezeigt, wie gut und schnell auch weiterhin in Werdohl-Dresel Felgen gefertigt werden können. „Alle Beteiligten sollten nun Gas geben. Darunter verstehe ich nicht, dass in der Öffentlichkeit Dinge behauptet werden, die mögliche Investoren eher abschrecken.“

Kasubke zweifelt ernsthaften Verkaufswillen bei den bisherigen Eigentümern an: „In Werdohl können im Drei-Schicht-Betrieb hohe Stückzahlen zu guten Preisen hergestellt werden, das haben die Kolleginnen und Kollegen in vielen Jahren bewiesen. Darauf hat der Arbeitgeber öffentlich und auch auf Betriebsversammlungen in all den Jahren immer wieder hingewiesen. Dass dies auf einmal nicht so sein soll, ist merkwürdig. Natürlich kann der Verdacht aufkommen, dass es dem Konzern ausschließlich um höhere Gewinne und Verlagerungen nach Osteuropa geht. In diesem Fall dann auch noch subventioniert über das deutsche Insolvenzrecht. Man rechnet offenbar damit, dass drei Monatsgehälter und geringere mögliche Abfindungen auch noch mitgenommen werden können. Das wäre schäbig, deswegen werden wir uns gegen solche Pläne zur Wehr setzen.“

„Die Beschäftigten werden nicht kampflos den Standort aufgeben“, so Mustafa Senel, Betriebsratsvorsitzender des Werkes in Werdohl.

„Es dürfte auch im Sinne der Gläubiger sein, wenn ein Investor gefunden wird, denn in der Regel ist ein Verkauf lukrativer als eine reine Abwicklung, sodass Gläubiger und Arbeitnehmer in einem Boot sitzen“, ergänzt Torsten Kasubke.

Die letzte Delegiertenversammlung in 2023

Heute fand die letzte Delegiertenversammlung dieser Amtszeit statt. Wir haben politisch debattiert, einen Rückblick auf die Jahre seit 2020 gewagt und die Herausforderungen der Zukunft in Betrieb und Gesellschaft diskutiert.

Und natürlich haben wir uns solidarisch mit allen Warnstreikenden in der Eisen- und Stahlindustrie erklärt.